Wovon hängen die Beitragskosten in der privaten Krankenversicherung ab?

Die Prämienermittlung in der Privaten Krankenversicherung (PKV) unterscheidet sich grundlegend von der ihres gesetzlichen Pendants und ist von einigen Faktoren abhängig, die sowohl auf demographische Kundendaten wie auch auf den Leistungsumfang des gewählten Tarifs abstellen.

Welchem Prinzip die Beitragskalkulation folgt

In der PKV ist das sogenannte Äquivalenzprinzip für die Ermittlung der Beitragshöhe maßgeblich. Dieses Prinzip sieht eine enge Beziehung zwischen dem Versicherungsschutz und der Höhe der Prämie vor. Je umfassender der vereinbarte Versicherungsschutz und somit je höher die voraussichtlich beanspruchten Versicherungsleistungen sind, desto mehr muss der Versicherungsnehmer für seine Krankenversicherung bezahlen. Damit unterscheidet sich dieses System deutlich von dem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Denn hier gibt es kein Verhältnis zwischen Leistung (Versicherungsumfang) und Gegenleistung (Beitragshöhe). Der zu zahlende Beitrag richtet sich dabei ausschließlich nach der Einkommenshöhe.

Beitragsrelevante Merkmale

In der Kalkulation des Beitrags macht sich die Anwendung des Äquivalenzprinzips an vier Faktoren konkret bemerkbar:

  • Die Beitragshöhe wird durch die versicherten Leistungen beeinflusst. Je umfangreicher diese sind, desto kostspieliger wird der Versicherungsschutz. So ist etwa ein Tarif, der eine Unterbringung im Einbettzimmer umfasst, bei sonst gleichen Leistungen teurer als im Falle einer Unterbringung im Mehrbettzimmer.
  • Gesundheitsleistungen werden nachweislich mit zunehmendem Alter häufiger beansprucht. Aus diesem Grund hängt der Beitrag auch von Ihrem Alter ab. Je früher sich der Interessent für den Abschluss einer Privaten Krankenversicherung entscheidet, desto weniger muss er dafür bezahlen.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Ihr Gesundheitszustand bei Antragstellung. Da bereits vorhandene Erkrankungen zusätzliche Gesundheitsrisiken darstellen, verlangt das Äquivalenzprinzip einen Risikozuschlag, der die Prämie ansteigen lässt.
  • Die Kalkulation der Tarife wurde noch bis 2013 für Frauen und Männer unterschiedlich vorgenommen. Die Kosten für Geburt und Mutterschaft wurden jedoch gemäß dem Gleichbehandlungsgesetz auf beide Geschlechter umgelegt. Mit der Einführung der sogenannten Unisex-Tarife, zahlen Mann und Frau unter sonst gleichen Voraussetzungen denselben Beitrag.

Die Grundlage für den Beitrag ist stets der Vertragsbeginn. Sollten im weiteren Vertragsverlauf neue risikorelevante Tatbestände auftreten (z.B. eine nennenswerte Verschlechterung des Gesundheitszustandes), darf der Versicherer aufgrund dessen keine Beitragsanhebung vornehmen. Somit sind später keine Risikozuschläge möglich. Doch Vorsicht: Wird der Leistungsumfang später erweitert, so darf der Versicherer eine neue Gesundheitsprüfung vornehmen und neu hinzugekommene Risiken berücksichtigen.

Alterungsrückstellungen und Beitragsanpassung

Ältere Menschen beanspruchen deutlich mehr Gesundheitsleistungen als jüngere Personen. Ein 80-jähriger Mann benötigt im Vergleich zu einem 40 Jahre jüngeren Mann etwa achtmal so hohe Aufwendungen für Arzneimittel. Zudem steigt zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr die Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen auf das Zehn- bis Zwölffache. Darüber hinaus lässt die demographische Entwicklung bereits vorhersehen, dass auch die Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen steigen wird. Diesen Entwicklungen wird in der Privaten Krankenversicherung durch die Bildung sogenannter Alterungsrückstellungen Rechnung getragen. Die Beiträge werden also so kalkuliert, dass bereits in jüngeren Jahren eine systematische Vorsorge für das Alter gebildet wird. Aus den so mit einem Teil des Beitrags aufgebauten Alterungsrückstellungen werden später die im Alter ansteigenden Gesundheitskosten finanziert. Auf diese Weise bleiben die Beiträge auch im Rentenalter stabil. Diese Alterungsrückstellungen werden verzinst.

Der Gesetzgeber verlangt ferner einen 10%-igen Sicherheitszuschlag auf den Beitrag. Dieser soll ebenfalls eine Beitragserhöhung nach Vollendung des 65. Lebensjahres verhindern und wird zwischen dem 22. und dem 61. Lebensjahr erhoben. Sollten die Kosten im Gesundheitssektor noch stärker steigen als vom Versicherer angenommen, so kann eine Beitragsanpassung erfolgen. Hierzu ist die Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders erforderlich.

Tipps um die Beiträge zu senken

Wie oben aufgeführt hängt die Höhe der Beitragskosten von vielen verschiedenen und individuellen Faktoren ab. Wer entsprechend seine Versicherungskosten reduzieren möchte, kann bei einigen dieser Punkte gezielt ansetzen.

Wie das genau funktioniert, können wir in diese Artikel nicht mehr ausführlich behandeln. Deshalb hier Links zu mit Spartipps rund um die PKV: