Einführung SEPA und IBAN zum 01.02.2014

Die Einführung des neuen Zahlungssystems Sepa (=Single Euro Payments Area) ist der nächste Schritt in Richtung des freien europäischen Binnenmarktes. Der „einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum“, wurde bereits lange zuvor angestrebt und vorbereitet.

Das politische Ziel ist letztlich ein Binnenmarkt, der freien Waren-, Personen-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr in Europa zulässt und fördert. Durch die Vereinheitlichung sollen Kosten eingespart und der Zahlungsverkehr beschleunigt werden. Allerdings gibt es derzeit noch viele Unklarheiten hinsichtlich der rechtzeitigen Umsetzung bzw. Vorbereitung.

Ab 01.02.2014 Pflicht

Zu Sepa gehören neben den 28 EU-Staaten noch Island, Lichtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz. Bereits seit 2008 können Überweisungen mittels des Sepa-Verfahrens getätigt werden, seit 2009 funktioniert dies auch mit Lastschriften. Auch wenn das zumindest in Deutschland nicht zu einer gewünschten Vorbereitung oder zumindest teilweisen Umstellung in der Praxis geführt hat, so waren es doch die ersten beiden Etappen vor der endgültigen Einführung. Ab 01.02.2014 müssen dann grundsätzlich die Nachfolger der traditionellen Kontonummer und Bankleitzahl bei Überweisungen verwendet werden.

IBAN und BIC

Der internationale Code zur Identifizierung der Bank (BIC) löst zum genannten Datum die Bankleitzahl ab, IBAN die Kontonummer. Allerdings ist der BIC in der IBAN (internationale Kontonummer) enthalten und fällt daher bei Transfers im eigenen Land ab Februar 2014 weg, 2 Jahre später ebenso bei Auslandsüberweisungen. Durch den IBAN-Code kann man auch zukünftig die alten Kontodaten errechnen, was das Ziel der Zusammenfassung und Neuordnung aller bestehenden Standards war.

Die IBAN setzt sich in Deutschland wie folgt zusammen:
Länderkennzeichen (2 Stellen) + Prüfziffer (2) + Bankleitzahl (8) + Kontonummer (10)
Beispiel: DE|51|10010010|1234567890

Neu ist also nur die Prüfziffer, fehlende Ziffern bei der Kontonummer werden an den ersten Stellen mit Nullen aufgefüllt. Während dieser Code in Deutschland demnach immer 22 Stellen aufweist, können es grundsätzlich maximal 34 sein. In der Praxis variiert dies in Europa derzeit stark: Von 15 Stellen in Norwegen bis zu 31 in Malta gibt es abhängig von den jeweiligen Bankenstrukturen verschiedenste Variationen hinsichtlich der Darstellung der Kontoinformationen.

Schleppende Umsetzung & befürchtetes Chaos

Für Privatpersonen besteht zumindest noch eine zweijährige Übergangsphase, in welcher Kontonummer und Bankleitzahl verwendet werden können. Die Banken rechnen diese dann in die jeweilige IBAN um und möchten so die Kunden an das neue Verfahren gewöhnen. Ansonsten ändert sich zunächst erst einmal gar nichts, da alle bestehenden Zahlungsaufträge automatisch angepasst werden. Bei Firmen und Vereinen sieht das Ganze anders aus: Sie müssen bei der Bundesbank eine sogenannte Gläubigeridentifikationsnummer beantragen, nur haben das nach aktuellen Meldungen bisher zusammengefasst erst rund ein Viertel dieser getan.

Weitere Probleme könnte es bei der generellen Umsetzung durch die Banken geben. Die Technik ist dabei genauso ein Thema wie die manuelle Anpassung verschiedener in der Praxis benötigter Belege. Insbesondere durch die zu erwartende Arbeitsflut kurz vor dem bekannten Termin, könnte es zu personellen Engpässen in den Bankenbelegschaften kommen. Zu befürchten sind ebenso verzögerte oder gar ausbleibende Zahlungen durch die Nicht-Umsetzung seitens der rund 3,6 Millionen Unternehmen und 580.000 Vereine. Die deutschen Banken versprechen jedoch durch Unterstützung am Schalter, Sicherheitssysteme beim Online-Banking und Informationsbriefe zu helfen bzw. werden sie zum Teil dazu durch die Finanzaufsichtsbehörde BaFin aufgefordert.

Die Vorteile von Sepa

Nachvollziehbar sind die Hintergründe für die Veränderungen, die zusammenfassend in Kosten- und Zeiteinsparung bei Auslandsüberweisungen liegen. Für die meisten Privatpersonen nur in Ausnahmefällen relevant, so können allerdings berufsbedingte Grenzgänger künftig ihren Lohn ins Heimatland transferieren lassen. Der „Durchschnittsbürger“ profitiert allenfalls noch von der auf 8 Wochen verlängerten Frist, bereits abgebuchte Beträge wieder zurückbuchen zu können. Firmen können nun auch von Auslandkonten Geld einziehen. Generell soll es Überweisungen im EU-Raum auf einen Bankgeschäftstag beschleunigen und dadurch, so errechnet die EU, Einsparungen von rund 120 Milliarden Euro ermöglichen.