Kreditkartenversicherungen – Versicherungsschutz mit Grenzen

Wenn man den Werbeversprechen der Kreditkartenanbieter Glauben schenkt, könnte man auf die eine oder andere Versicherungspolice komplett verzichten. Bei genauerem Hinsehen erweist sich der Schutz der Kreditkartenversicherungen jedoch häufig als lückenhaft.

Die Zusatzleistungen der Gold-Kreditkarten

Heutzutage enthalten viele Kreditkartentarife (siehe Kreditkarten-Vergleich) neben den üblichen Leistungsmerkmalen, wie dem bargeldlosen Zahlungsverkehr oder der weltweiten Bargeldbeschaffung zusätzliche Leistungen. Die Zusatzleistungen beinhalten neben diversen Bonus- und Prämiensystemen auch Versicherungen. Die so genannten Kreditkartenversicherungen sind meist in den Gold-Versionen der Kreditkartenanbieter enthalten. Zu den Leistungspaketen gehören meist Reisekrankenversicherungen, Unfallversicherungen, eine Reise-Rücktrittsversicherung oder sogar eine Rechtsschutzpolice.

Der Teufel steckt im Detail

Kreditkartenversicherungen bieten dem Kunden ein großen Leistungspaket zu einem im Vergleich zu normalen Versicherungspolicen sehr günstigen Preis. „Warum also noch eine normale Versicherung abschließen, wenn die Leistung in der Kreditkarte ohnehin enthalten ist“, wird sich so mancher Kunde denken. Auf den ersten Blick scheinen die Versicherungen der Kreditkartenunternehmen tatsächlich wie vollwertige Policen, doch der Teufel steckt wie so oft bei Finanzprodukten im Detail. So merken die Versicherten häufig erst bei einem eingetretenen Schaden, dass in ihrem Fall ein Anspruch auf Leistung gar nicht besteht.

Auf diese Einschränkungen sollten Verbraucher achten

So beschränken die meisten Kreditkartenunternehmen die Leistungspflicht auf die Nutzung der Kreditkarte. Das heißt im Klartext: nur wenn die gebuchte Reise mit der Kreditkarte bezahlt wurde, springt auch die angeschlossene Reiseunfallversicherung im Schadensfall ein. Häufig gibt es in der Höhe der Absicherung eine Obergrenze, die deutlich unter der von vollwertigen Versicherungspolicen liegt. Meist kalkulieren die Kreditkartenunternhemen auch einen höheren Selbstbehalt in den Versicherungsschutz ein. Im Ergebnis zahlt der Kunde damit kleinere Schäden aus eigener Tasche. Unterschiede zu den herkömmlichen Policen gibt es auch bei der Mitversicherung weiterer Personen. Während bei der klassischen Versicherungspolice meist noch Angehörige mit abgesichert werden kann, beschränkt sich der Versicherungsschutz bei Kreditkartenpolicen oft nur auf den Versicherungsnehmer.

Fazit: das Kleingedruckte lesen oder vollwertige Versicherungspolice abschließen

Wer eine Kreditkartenversicherung abschließen möchte spart zweifelsohne Geld gegenüber klassischen Policen. Jedoch ist hier genau hinschauen sehr wichtig, um im Ernstfall nicht ohne Versicherungsschutz dazustehen. So sollten Versicherungsnehmer richtig einschätzen, welche Leistungen sie im Ernstfall benötigen, und darauf achten, dass sie diese im gewählten Tarif enthalten sind. Aufschluss über die genauen Leistungen geben Tarifübersichten auf Test/-Vergleichsportalen. Im Ergebnis ist die vollwertige Versicherung meist die bessere Lösung.

Weiterführende Seiten zum Thema
  • test.de “Kreditkartenengebote im Test”