Richtig gegen Berufsunfähigkeit absichern

Aus Sicht von Verbraucher- und Versicherungsexperten gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Verträgen, die Singles und Familien unbedingt abschließen sollten. Woraus rührt die besondere Stellung der BU-Versicherung her und welche Hürden hält deren Abschluss bereit?

Berufsunfähigkeit: Das unterschätzte Risiko

Leider nimmt in den Köpfen vieler Erwerbstätiger die Berufsunfähigkeit eine untergeordnete Rolle ein. Diese Tatsache ist regelmäßig einem falschen Bild geschuldet. Arbeitnehmer gehen einerseits davon aus, dass die Berufsunfähigkeit in der Regel durch Unfälle ausgelöst wird und auf der anderen Seite eine umfassende staatliche Vorsorge besteht. Zwei Punkte, die sich in der Praxis aber vollkommen anders gestalten.

Ursachen der Berufsunfähigkeit

Besonders im Rahmen der Ursachen gehen Annahme und Wirklichkeit weit auseinander. Unfälle sind nur in einem Bruchteil – ca. zehn Prozent der Fälle – für das Entstehen der Berufsunfähigkeit verantwortlich. Deutlich häufiger in den Statistiken tauchen dagegen organische Leiden (Krebs, Diabetes), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Leiden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates auf.

Jeder vierte Arbeitnehmer ist betroffen

Alles Krankheitsbilder, die zum Beispiel im Rahmen einer Unfallversicherung oder Risikolebensversicherung nicht gedeckt sind. Ein weiterer Punkt, der in diesem Zusammenhang für die Berufsunfähigkeitsversicherung spricht: Rein statistisch trifft es jeden vierten Arbeitnehmer. Was die Situation zusätzlich erschwert ist die unzureichende Unterstützung. Seit einigen Jahren gibt es im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung für alle nach dem 2. Januar 1961 geborenen Erwerbstätigen nur noch die Erwerbsminderungsrente. Letztere deckt das frühere Einkommen nur zu einem Bruchteil. Unterm Strich entsteht eine erhebliche finanzielle Lücke im Fall der Berufsunfähigkeit, die nur durch a) ein entsprechendes Vermögen oder b) private Vorsorgemaßnahmen aufgefangen werden kann.

Aufgabe der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Bedeutung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist klar. Wie sieht es aber mit der Zielsetzung bzw. Leistungsgestaltung aus? Hauptaufgabe der Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Leistungsfall die Auszahlung einer Leibrente. Deren Höhe und Laufzeit legen Versicherungsnehmer und Versicherer vor Abschluss der BU-Versicherung fest.

Vorherige Bedarfsanalyse ist wichtig

Generell sollte in diesem Zusammenhang gelten, dass die Höhe der BU-Rente den tatsächlichen Bedarf widerspiegelt, es vorab also zu einer Bedarfsanalyse kommt. Viele Versicherte gehen hier leider zu nachlässig mit der eigenen Zukunft um. Denn die Berufsunfähigkeitsversicherung muss von Zeit zu Zeit an eine sich ändernde Lebenssituation angepasst werden (Kind, Erwerb von Wohneigentum, beruflicher Aufstieg usw.). Daher spielen im Rahmen der Suche nach einer passenden Berufsunfähigkeitsversicherung auch die nachträglichen Ausgestaltungsmöglichkeiten über die Nachversicherung eine Rolle. Letztere sollte dem Versicherungsnehmer die Anpassung der BU-Rentenhöhe ohne Gesundheitsprüfung garantieren.

Tipps zur Wahl der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung

Für den Vertragsschluss gilt, dass Verbraucher Verträge mit einer Klausel über die abstrakte Verweisung meiden sollten. Letztere ermöglicht dem Versicherer im Leistungsfall, die Auszahlung der BU-Rente zu verweigern und auf den Berufswechsel zu bestehen. Gleichzeitig weisen Versicherungsfachleute regelmäßig auf den Einschluss der Nachversicherungsgarantie hin. Einige Versicherer verzichten darauf, dem Versicherungsnehmer umfassende Informationspflichten bezüglich Berufswechsel usw. aufzuerlegen. Um den richtigen Vertrag abzuschließen, sind also einige Dinge zu beachten. Um hier den Überblick zu behalten, kann eine Checkliste hilfreich sein.

Hilfreiche Tipps für junge Leute

Wer sich bereits als Student oder Auszubildender für eine Berufsunfähigkeitsversicherung interessiert, muss mit einigen Hürden rechnen. Viele Gesellschaften lassen hier nur den Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung bzw. eine Deckelung der BU-Rente bis zum Ausbildungsende zu. Wer solche Versicherungen abschließt, muss auf die Umwandlung in eine „klassische“ Berufsunfähigkeitsversicherung – ohne nachträgliche Gesundheitsprüfung – achten.“